Kresse pflanzen: Kresse säen, keimen lassen und ernten
Kresse pflanzen ist schnell gemacht und gelingt fast immer: Schon nach einer Woche erntest du frische, würzige Gartenkresse von der eigenen Fensterbank. In dieser Anleitung erfährst du, wie du Kresse säen und pflegen kannst, ob Erde oder Küchenpapier besser ist, wie lange die Keimung dauert und wie du Kresse Samen sogar selbst gewinnst.
Kresse pflanzen: das Wichtigste in Kürze
Gartenkresse (Lepidium sativum) ist das wohl einfachste Gartenprojekt überhaupt: Die Samen keimen schon nach ein bis drei Tagen, und nach etwa einer Woche kannst du ernten. Für die Kresse Anzucht im Haus genügen eine flache Schale, ein feuchtes Substrat und ein heller Platz. Darum ist Kresse auch der Klassiker, wenn Kinder zum ersten Mal etwas säen.

- Keimdauer: 1–3 Tage bei Zimmertemperatur
- Erntereif: nach 6–10 Tagen, wenn die Pflänzchen 5–8 cm hoch sind
- Licht: Kresse gilt als Lichtkeimer, die Samen werden nicht mit Erde bedeckt
- Temperatur: ideal 15–20 °C; drinnen ganzjährig, draußen in der frostfreien Zeit
- Substrat: Anzuchterde, Watte, Küchenpapier oder ein Sprossenglas
Für den Start brauchst du nur gutes Saatgut, zum Beispiel unsere Bio-Kressesamen für Fensterbank und Beet. Mit 2000 Korn reicht eine Packung für viele Schalen.
Anleitung: Kresse säen Schritt für Schritt
So gelingt die Kresse Aussaat auf der Fensterbank, egal ob du Erde oder Küchenpapier verwendest:
- Schale vorbereiten: Eine flache Schale oder Anzuchtschale mit 2–3 cm Anzuchterde füllen oder mit einigen Lagen Küchenpapier auslegen.
- Anfeuchten: Das Substrat gut durchfeuchten, aber nicht unter Wasser setzen. Überschüssiges Wasser abgießen.
- Samen verteilen: Die Kresse-Samen dicht, aber gleichmäßig auf die Oberfläche streuen und leicht andrücken. Nicht mit Erde bedecken.
- Feucht halten: In den ersten Tagen ein- bis zweimal täglich mit einer Sprühflasche befeuchten. Die Samen bilden schnell eine gelartige Hülle, ein Zeichen, dass sie Wasser aufnehmen.
- Hell stellen: Ein heller Platz ohne pralle Mittagssonne ist ideal. Zu dunkel stehende Kresse wird lang, dünn und blass.
Tipp für eine durchgehende Ernte: Säe alle drei bis vier Tage eine neue Schale aus. So hast du immer frische Kresse, ohne dass eine große Menge auf einmal welkt.
Kresse säen auf Küchenpapier, Watte oder Erde?
Kresse keimt auf fast jedem feuchten Untergrund. Welche Methode passt zu dir?
| Methode | Vorteile | Worauf achten |
|---|---|---|
| Küchenpapier | immer im Haus, kein Schmutz | mehrere Lagen, Staunässe vermeiden |
| Watte | sauber, schnell, ideal mit Kindern | trocknet rasch aus, täglich befeuchten |
| Anzuchterde | kräftigere Pflanzen, weniger Schimmel | beim Ernten nicht zu tief schneiden |
| Sprossenglas | Kresse-Sprossen ganz ohne Substrat | zweimal täglich spülen |
Wenn du Kresse lieber als Keimsprossen isst, sind spezielle Sprossensamen die bessere Wahl, etwa unsere Bio-Kresse-Sprossensamen für das Sprossenglas. Sie keimen bei 18–22 °C nach wenigen Tagen und schmecken angenehm würzig mit leichter Schärfe.
Kresse keimen lassen: Keimdauer und Keimung
Wie schnell keimt Kresse? Bei Zimmertemperatur siehst du oft schon nach 24 Stunden die ersten weißen Keimwurzeln, nach zwei bis drei Tagen stehen die grünen Keimblätter. Unter 10 °C geht die Keimung deutlich langsamer. Damit Kresse gut keimen kann, braucht sie vor allem gleichmäßige Feuchtigkeit und etwas Wärme.

Ist Kresse ein Lichtkeimer?
Ja, Kresse wird als Lichtkeimer behandelt: Die Samen liegen nur auf dem Substrat und werden angedrückt. Eine dicke Erdschicht verzögert das Keimen und lässt die Keimlinge schwach werden.
Probleme bei der Kresse-Keimung
- Weißer Flaum an den Wurzeln: Das sind meist feine Wurzelhärchen, kein Schimmel. Sie sitzen gleichmäßig an allen Würzelchen.
- Echter Schimmel: grau-grüner, flächiger Belag mit muffigem Geruch, meist durch zu viel Wasser und zu wenig Luft. Betroffene Kresse nicht essen, Schale reinigen und neu säen.
- Kresse keimt nicht: Häufige Ursachen sind ein zu trockenes Substrat, eine Erdschicht über den Samen oder sehr altes Saatgut.
Kresse im Garten und auf dem Balkon anbauen
Kresse-Samen anbauen klappt auch im Freien: Von etwa März bis September kannst du Gartenkresse säen, direkt ins Beet oder in einen Balkonkasten. Beim Kresse-Samen pflanzen draußen gilt:

- Standort: hell bis halbschattig. In der prallen Sommersonne schießt Kresse schnell in die Blüte und wird scharf.
- Boden: locker und gleichmäßig feucht; Kresse braucht keinen Dünger.
- Aussaat: breitwürfig oder in Reihen mit etwa 10 cm Abstand. Die Kresse Samen beim Einpflanzen nur andrücken, nicht eingraben.
- Mischkultur: Kresse eignet sich als schnelle Zwischenkultur, etwa zwischen langsam keimenden Möhren.
Kresse ernten und verwenden
Geerntet wird, sobald die Kresse 5–8 cm hoch ist und die Keimblätter kräftig grün sind, meist nach sechs bis zehn Tagen. Schneide sie mit einer Schere knapp über dem Substrat ab, und zwar erst kurz vor dem Essen: Kresse welkt schnell und lässt sich kaum lagern. Nach dem Schnitt treibt sie nicht noch einmal aus.

In der Küche passt das pfeffrig-würzige Aroma zu Butterbrot, Rührei, Quark, Kartoffeln, Salaten und Suppen. Kresse wird roh gegessen, damit Geschmack und Frische erhalten bleiben. Kresse ist nur eines von vielen Küchenkräutern, die du selbst ziehen kannst; mehr findest du in unserer Auswahl an Bio-Kräutersamen.
Kresse Samen selber ziehen und ernten
Wenn du Kresse-Samen ziehen möchtest, lass im Garten einige Pflanzen stehen, statt sie jung zu schneiden. Nach einigen Wochen bilden sie kleine weiße Blüten und danach flache Schötchen. Werden die Schoten gelb bis bräunlich und trocken, meist im Hochsommer, schneidest du die Triebe ab, lässt sie in einer Papiertüte nachtrocknen und schüttelst die Samen aus. Weil unser Saatgut samenfest ist, kannst du Kresse Samen selber ziehen und im nächsten Jahr wieder aussäen. Trocken und dunkel gelagert bleiben sie mehrere Jahre keimfähig.
Sind Kresse Samen essbar?
Ja, die Samen sind essbar. Kresse-Samen essen ist in manchen Küchen üblich, etwa eingeweicht in Getränken oder Speisen, wo sie wie Chia eine gelartige Hülle bilden. Für den Rohverzehr sind gekeimte Sprossen aber die beliebtere Variante.
Häufige Fragen
Wie lange ist die Keimdauer von Kresse?
Bei Zimmertemperatur keimt Kresse nach 1–3 Tagen. Erntereif ist sie nach etwa 6–10 Tagen.
Muss man Kressesamen einweichen?
Nein. Kresse keimt ohne Einweichen zuverlässig, solange das Substrat in den ersten Tagen gleichmäßig feucht bleibt.
Wo kann ich Kresse Samen kaufen?
Kressesamen bekommst du im Gartenfachhandel und online. Achte auf Bio-Qualität und, wenn du Sprossen ziehen willst, auf ausgewiesenes Sprossensaatgut. In unserem Shop findest du neben Kresse auch weiteren Bio-Sprossensamen für Keimsprossen wie Alfalfa oder Brokkoli.
Wächst Kresse nach dem Schneiden nach?
Nein, Kresse treibt nach dem Schnitt nicht erneut aus. Für eine durchgehende Ernte alle paar Tage neu säen.
Fazit
Kresse pflanzen braucht nur wenig: Samen dicht auf ein feuchtes Substrat streuen, nicht abdecken, hell stellen und feucht halten. Nach ein bis drei Tagen keimt sie, nach gut einer Woche wird geerntet. Säst du alle paar Tage nach, hast du das ganze Jahr frische Kresse auf dem Tisch.