Auberginen-Samen selber ziehen – gesund, low-carb & lecker

Die Aubergine ist kalorienarm, passt perfekt in die Low-Carb-Küche und schmeckt gegrillt, geschmort oder als Dip einfach großartig. Noch besser: Wenn du samenfeste Sorten anbaust, kannst du Auberginen-Samen selber ziehen und musst im nächsten Jahr kein neues Saatgut kaufen. Hier erfährst du, was in der Aubergine steckt, wie du sie zubereitest und wie du aus reifen Früchten eigene Samen gewinnst.

Die Aubergine: gesund und low-carb

Die Aubergine (Solanum melongena) gehört wie Tomate, Paprika und Kartoffel zu den Nachtschattengewächsen und stammt ursprünglich aus Indien. Sie besteht zu über 90 Prozent aus Wasser und liefert nur rund 25 Kilokalorien pro 100 Gramm. Mit etwa 2,5 bis 3 Gramm verwertbaren Kohlenhydraten pro 100 Gramm ist sie ideal für eine kohlenhydratarme Ernährung.

Reife Auberginen auf dem Holztisch

  • Ballaststoffe: rund 3 g pro 100 g – sie sättigen und unterstützen die Verdauung.
  • Mineralstoffe: vor allem Kalium, außerdem Magnesium und Phosphor.
  • Vitamine: unter anderem Folsäure, Vitamin K und B-Vitamine in kleinen Mengen.
  • Nasunin: Der violette Farbstoff in der Schale ist ein Anthocyan mit antioxidativer Wirkung. Die Schale also am besten mitessen.

Ein Hinweis: Rohe Auberginen enthalten geringe Mengen Solanin und sind schwer verdaulich. Iss sie daher immer gegart – dann ist das Gemüse unbedenklich und entfaltet sein volles Aroma.

Lecker zubereiten: Ideen für die Küche

Das schwammartige Fruchtfleisch nimmt Öl, Gewürze und Marinaden besonders gut auf. Damit es nicht zu viel Fett aufsaugt, kannst du die Scheiben vorher kurz salzen, abtupfen und anschließend grillen oder im Ofen backen.

Gefüllte Auberginen aus dem Ofen

  • Baba Ganoush: Aubergine im Ofen rösten, bis die Haut schwarz ist, Fruchtfleisch mit Tahini, Zitrone und Knoblauch pürieren.
  • Gegrillte Scheiben: mit Olivenöl, Kräutern und etwas Salz – ein schneller Low-Carb-Snack.
  • Gefüllte Auberginen: halbieren, aushöhlen und mit Gemüse, Hack oder Feta füllen.
  • Ratatouille und Curry: geschmort zusammen mit Tomate, Zucchini und Paprika.
  • Melanzane: als Lasagne-Ersatz in dünnen Scheiben geschichtet.

Auberginen aus dem eigenen Garten

Am aromatischsten sind Auberginen frisch geerntet. Die wärmeliebenden Pflanzen werden ab Februar im Haus vorgezogen und kommen nach den Eisheiligen ins Gewächshaus, ins sonnige Beet oder in den Kübel – wie das genau funktioniert, liest du in unserem Artikel zur Aussaat und Anzucht von Auberginen. Für den Start empfehlen wir die samenfeste Bio-Aubergine Black Beauty: Die alte, frühreife Sorte bildet glänzend dunkle Früchte von etwa 12 cm Länge mit cremigem, hellgelbem Fruchtfleisch.

Glänzende Aubergine mit Blatt

Wer neben Auberginen weitere Gemüse probieren möchte, findet im Bio-Gemüsesamen-Set mit zehn Sorten unter anderem Aubergine, Tomate, Paprika, Gurke und Zucchini – alles samenfest und damit ebenfalls zur Samengewinnung geeignet.

Auberginen-Samen selber ziehen und gewinnen: Voraussetzungen

Damit du Auberginen-Samen selber ziehen kannst, die wieder die gleichen Eigenschaften haben, brauchst du eine samenfeste Sorte. Aus F1-Hybriden entstehen Nachkommen mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften. Auberginen sind überwiegend Selbstbestäuber, Insekten können aber gelegentlich Pollen zwischen Sorten übertragen. Baust du nur eine Sorte an oder hältst einige Meter Abstand zwischen verschiedenen Sorten, bleibt die Sorte weitgehend rein.

Auberginen-Samen ernten: Schritt für Schritt

  1. Früchte ausreifen lassen: Markiere eine oder zwei gesunde Früchte deiner kräftigsten Pflanze und lass sie deutlich länger hängen als zum Essen – meist vier bis sechs Wochen. Reife Samenfrüchte verlieren ihren Glanz, werden hart und färben sich bei dunklen Sorten bräunlich bis bronzefarben, bei hellen Sorten gelblich.
  2. Nachreifen: Lass die geernteten Früchte noch ein bis zwei Wochen an einem warmen, trockenen Ort nachreifen, bis sie leicht weich werden.
  3. Samen herauslösen: Schneide die Frucht auf, zerkleinere das Fruchtfleisch und gib es in eine Schüssel mit Wasser. Durch Reiben und Kneten lösen sich die Samen.
  4. Trennen: Keimfähige Samen sinken nach unten, Fruchtfleisch und taube Samen schwimmen oben. Gieße das Obere ab und wiederhole den Vorgang, bis die Samen sauber sind.
  5. Trocknen: Verteile die Samen auf einem Teller oder Backpapier und lass sie ein bis zwei Wochen bei Zimmertemperatur trocknen. Wende sie zwischendurch, damit sie nicht zusammenkleben.

Samen richtig lagern

Bewahre die getrockneten Samen in beschrifteten Papiertütchen oder Gläsern kühl, dunkel und trocken auf. Notiere Sorte und Erntejahr. So bleiben Auberginen-Samen etwa vier bis fünf Jahre keimfähig – genug für mehrere Gartensaisons.

Weitere samenfeste Sorten zum Nachbauen entdeckst du in unserer Auswahl an Bio-Gemüsesamen. Wer sein Beet gleich vielfältig planen möchte, findet passende Kombinationen über unsere Saatgut-Sets für Einsteiger.

Häufige Fragen

Kann man Auberginen-Samen selber ziehen?

Ja, wenn die Sorte samenfest ist. Lass dafür einzelne Früchte vollständig überreif werden, löse die Samen heraus, wasche sie und trockne sie gründlich.

Wann kann man Auberginen-Samen ernten?

Wenn die Früchte ihren Glanz verloren haben, hart sind und sich bräunlich oder gelblich verfärben – meist vier bis sechs Wochen nach der normalen Speisereife.

Wie viele Kohlenhydrate hat eine Aubergine?

Rund 2,5 bis 3 Gramm verwertbare Kohlenhydrate pro 100 Gramm bei etwa 25 Kilokalorien. Damit passt sie gut zu Low-Carb.

Fazit

Die Aubergine ist gesund, low-carb und in der Küche erstaunlich vielseitig. Mit samenfesten Sorten wird sie zudem zum Kreislauf-Gemüse: Du erntest Früchte für die Küche, lässt einige ausreifen und gewinnst daraus das Saatgut für die nächste Saison.


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